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Auf dem Tanzparkett

06.03.1964
Berlin, Deutschland, Deutschland

Foto: Eintrittskarte zum Silvesterball in der "Neuen Welt" in der Hasenheide, 1964

Noch nicht ganz 20, besuchte ich wie viele andere die von Will Meisel in der Jonasstraße in der Nähe der Hermannstraße [in Berlin] betriebene Tanzschule. Eine nicht mehr ganz junge, aber immer noch attraktive Lehrerin brachte uns im Grundkurs bei, wie man Foxtrott, Wiener Walzer, Langsamen Walzer und Rumba tanzt. Die erworbenen Kenntnisse konnte man dann gleich noch in einer auf den eigentlichen Unterricht folgenden Übungsstunde unter „Praxisbedingungen“ ausprobieren. Wir hatten uns dort in einer kleinen Gruppe zusammengefunden, zu der auch meine bevorzugte Tanzpartnerin gehörte. Sie wohnte bei mir in der Nähe, und ich brachte sie zu vorgerückter Stunde immer bis an ihre Haustür.

Mit meinen neu erworbenen Fertigkeiten wagte ich mich sehr schnell aufs bürgerliche Tanzparkett. In der Hasenheide, zwischen Hermannplatz und Südstern, gab es dazu mehr als genug Gelegenheit. Sehr beliebt war der Klosterkeller, der zum Ballhaus Resi gehörte, das mit Attraktionen wie Tischtelefone, Wasserspiele und einer Rohrpostanlage jedoch eine Nummer zu nobel für mich war. Ganz in der Nähe gab es außerdem noch die Schultheiss-Festsäle sowie ein Tanzlokal an der Ecke Jahnstraße.

In der kalten Jahreszeit ging ich fast jedes Wochenende zum „Schwof“ in die „Neue Welt“. Dort traf sich von Ende November bis in den März des nächsten Jahres an sieben Tagen in der Woche halb Berlin auf dem Bockbierfest. Im großen Saal heizten eine Tanzkapelle und eine bayerische Trachtenkapelle den Besuchern ein. Im kleinen Saal traten am Wochenende Künstler wie zum Beispiel der Schlagersänger Drafi Deutscher auf. Mit seinem beachtlichen Besucherzuspruch war das Bockbierfest zu der Zeit sicher einer der größten Heiratsmärkte in der Stadt. Wer es eilig hatte, der konnte sich gleich in einer „Heiratsschmiede“ trauen lassen.

01.03.2013 в 01:57


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